Gastbeitrag von Florian Podewils
Ich beobachte täglich, wie viel Energie in den Aufbau von Social-Media-Kanälen fließt. Gleichzeitig erlebe ich die Frustration, wenn Algorithmen die Spielregeln ändern und die mühsam aufgebaute Reichweite plötzlich einbricht. Du kennst das: Der konstante Druck, den Feed zu füttern, nur um sichtbar zu bleiben, kostet Kraft.
Heute zeige ich dir einen anderen Weg. Es geht darum, Social Media nicht nur für Aufmerksamkeit zu nutzen, sondern als Sprungbrett für deinen eigenen Marketing-Kanal. Denn während Social Media gut funktioniert, um Neugier zu wecken, liegt das wahre Potenzial für nachhaltigen Umsatz woanders: in deinem E-Mail-Verteiler.
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Du investierst in ein Haus, dessen Grundstück dir nicht gehört
Stell dir vor, du baust ein Haus auf einem gemieteten Grundstück. Du investierst Zeit, Geld und Herzblut, aber die Regeln bestimmt der Vermieter. Genau so läuft es mit deinen Followern auf Instagram, LinkedIn oder TikTok. Diese Menschen folgen dir auf Plattformen, die nicht dir gehören. Wenn Instagram morgen seinen Algorithmus ändert – und das passiert regelmäßig – oder dein Konto sperrt, ist deine Reichweite weg. Über Nacht.
Die Zahlen sind ernüchternd: Die durchschnittliche organische Reichweite liegt 2025 nur noch bei 3,5 % (Quelle: Social Insider). Diese Abhängigkeit von externen Plattformen ist ein Risiko für jedes Unternehmen. E-Mail-Adressen hingegen sind Owned Media, sie gehören dir. Du entscheidest, wann und wie du deine Abonnenten erreichst, ohne einen Algorithmus um Erlaubnis fragen zu müssen.
Der ROI-Champion: E-Mail-Marketing
Die Performance-Daten zeigen: E-Mail-Marketing konvertiert oft besser als Social Media. Im Postfach gibt es weniger Ablenkung, die Aufmerksamkeit ist höher und die Bereitschaft zu klicken größer. Ein durchschnittlicher ROI von 42 USD pro ausgegebenem Dollar (Quelle: Litmus) im E-Mail-Marketing spricht für sich. Solche Werte sind im Social-Media-Marketing selten anzutreffen, außer bei hochoptimierten Paid-Kampagnen.
Die Investition in vernünftige E-Mail-Marketing-Tools ermöglicht dir eine direkte, unzensierte Kommunikation und den Aufbau einer langfristigen Beziehung zu deiner Community. Die Zeit für einen Newsletter mag ähnlich sein wie für einen Social-Media-Post, aber die potenzielle Lebensdauer und der Wert der gewonnenen Kontakte sind deutlich höher.
Social Media bleibt der Motor und Lead-Magnet
Gerade zum Start deines E-Mail-Marketings stehst du vor der Herausforderung, deine Social-Media-Follower dazu zu bewegen, dir auch ihre E-Mail-Adresse anzuvertrauen. Ein simpler Aufruf wie „Melde dich für meinen Newsletter an“ funktioniert selten. Du brauchst ein Tauschgeschäft, einen sogenannten „Lead Magnet“. Das ist meistens ein kostenloses, aber wertvolles Angebot im Austausch für die E-Mail-Adresse.
Überlege dir, welchen Mehrwert du deiner Zielgruppe bieten kannst, der über den täglichen Social-Media-Content hinausgeht. Eine Checkliste („Die 7 Schritte zur perfekten Content-Strategie“), ein kleines E-Book („Whitepaper: So optimierst du deine LinkedIn-Posts“), ein exklusiver Rabattcode oder der Zugang zu einem Webinar. Wichtig dabei ist: Der Lead Magnet muss relevant, direkt umsetzbar und hochwertig sein. Nur dann ist die Motivation groß genug, die E-Mail-Adresse herauszugeben.
So werden Follower zu Abonnenten
Du bist bereits Profi in Social Media. Nutze dein Know-how, um diese Verbindung zu schaffen.
1. Nutze Link-in-Bio-Tools gezielt: Erstelle eine Landingpage, die deinen Lead Magnet bewirbt. Verlinke nicht nur zur Newsletter-Anmeldung, sondern biete den Download an. Die Einrichtung dauert vielleicht 30 Minuten, die dauerhafte Pflege ist minimal.
2. Nutzer über Stories aktivieren: Auf Instagram oder Facebook kannst du interaktive Story-Sticker nutzen. Stelle eine Frage in einer Umfrage oder einem Quiz, die zum Thema deines Lead Magnets führt. Beispiel: „Fällt dir die Content-Planung schwer? 👇“ und verlinke dann als nächstes zum Download.
3. Direct Messages automatisieren: Eine der effektivsten Methoden. Fordere deine Community in einem Post oder einer Story auf, ein Keyword in den Kommentaren oder per DM zu hinterlassen. Beispiel: „Kommentiere ‚Start‘ unter diesem Post, und ich sende dir den Link zu meiner kostenlosen Content-Checkliste direkt per DM.“ Tools wie ManyChat oder Zapier können das automatisieren. Die Einrichtung kann ein bis zwei Stunden dauern, spart dir aber danach viel manuelle Arbeit und ermöglicht eine sofortige Reaktion.
Der Zeitaufwand für einen guten Lead Magneten variiert dabei von wenigen Stunden für eine Checkliste bis zu einigen Tagen für ein umfassendes Whitepaper. Diese Investition lohnt sich, da der Lead Magnet immer wieder neue Abonnenten generieren kann.
So kann ein Newsletter deine Social-Kanäle befeuern
Die Beziehung zwischen Social Media und E-Mail funktioniert in beide Richtungen. Dein Newsletter kann auch deine Social-Media-Aktivitäten pushen.
Integriere in deine Newsletter gezielte Hinweise auf deine neuesten Social-Media-Beiträge und verlinke sie. Zum Beispiel: „Hast du schon meinen aktuellen Post auf LinkedIn gesehen, in dem ich die drei größten Fehler bei der Kampagnenplanung aufdecke?“ Oder: „Für einen schnellen Blick hinter die Kulissen, schau dir meine aktuelle Instagram Story an!“
Dieser Kreislauf stärkt beide Kanäle: Social Media akquiriert neue Leads für den Newsletter, und der Newsletter sorgt für zusätzliche Reichweite und Engagement auf deinen Social-Media-Kanälen. Eine Synergie, bei der das Ganze mehr ist als die Summe seiner Teile.
Baue dein eigenes Haus auf deinem eigenen Land
Ich sehe Social Media als mächtigen Verstärker für deine Botschaft und als hervorragenden Ort, um erste Kontakte zu knüpfen. Aber lass diese Kontakte nicht auf gemietetem Grund stehen. Bau dir dein eigenes Haus, deinen eigenen E-Mail-Verteiler. Dort hast du die Kontrolle, dort baust du nachhaltige Beziehungen auf und dort findet die eigentliche Wertschöpfung statt.
Social Media und E-Mail sind keine Konkurrenten. Sie sind Partner in einem Kreislauf, der deine Reichweite sichert und deine Marketing-Bemühungen effizienter macht. Fang an, deine Follower in wertvolle Abonnenten zu verwandeln. Dies ist deine beste Versicherung gegen die Launen des Algorithmus.


