Gastbeitrag von Markus Bockhorni
Künstliche Intelligenz verändert Art und Tempo, wie Unternehmen visuelle Inhalte entwickeln. Wo früher Fotoshootings, Models, Designspezialisten und aufwendige Nachbearbeitungen nötig waren, entstehen heute in Sekunden Bilder und Kampagnen per Textbefehl. Doch wer das Potenzial dieser Technologie nutzen will, braucht mehr als ein gutes Tool: Er braucht Tool-Know-how und eine klare Vorstellung von der gewünschten Bildwirkung.
KI-News für Social Media Manager*innen: Jederzeit im AllSocial Newsletter!
Was sind KI-Bilder
Ein KI-generiertes Bild ist ein Bild, das mithilfe künstlicher Intelligenz erstellt wurde. Hierfür analysiert die KI Millionen von Bilddaten, erkennt typische Strukturen, Lichtverhältnisse und Kompositionen und setzt dieses Wissen ein, um ein neues Motiv zu generieren.

Was KI-Bilder leisten können
KI-generierte Bilder unterscheiden sich grundlegend von Stockfotos. Während lizenzfreie Bilder aus Datenbanken oft austauschbar und wenig spezifisch wirken, lassen sich KI-Bilder exakt auf Zielgruppen und Corporate Design abstimmen. Sie sind individualisierbar, anpassbar und nahezu grenzenlos einsetzbar – ob für Mock-ups, Produktpräsentationen oder Imagekampagnen.
Gerade im Marketing eröffnen KI-generierte Bilder neue Wege, Ideen schnell zu visualisieren und zu testen. Erste Entwürfe lassen sich kostengünstig entwickeln und testen, bevor sie in Produktion gehen. Alternative Varianten können ebenso schnell generiert und erneut getestet werden. Das spart Zeit und Kosten.
Fotografieren oder generieren: Authentizität verliert an Bedeutung
Noch gelten KI-Bilder oft als unnatürlich. Doch der Maßstab „authentisch“ verliert in der Bildkommunikation zunehmend an Relevanz. Schon heute ist kaum zu unterscheiden, ob ein Motiv fotografiert oder generiert wurde. Entscheidend bleibt allein die Wirkung auf die Zielgruppe.
Ein gutes Bild im Marketing, ist ein Bild, das berührt, oder Interesse weckt – unabhängig davon, wie es entstanden ist. Für Unternehmen heißt das: Glaubwürdigkeit entsteht nicht mehr durch die Kamera, sondern durch Bilder, die zur Marke und zur Botschaft passen.
Wie gute KI-Bilder entstehen
Einfach gesagt: Ohne Wissen kein gutes Bild. Gerade Einsteiger machen den Fehler, mit einem einfachen Prompt zu starten und das Erstbeste Ergebnis zu akzeptieren. Professionelle Ergebnisse entstehen erst, wenn Sie wissen,
- welches Tool für welchen Zweck geeignet ist,
- wie Sie präzise Prompts für Bilder formulieren,
- und welche Fachbegriffe, Stile oder Techniken aus Fotografie oder Design Sie einbeziehen sollten.

Auch die Reihenfolge der Eingaben entscheidet über das Ergebnis: Was zuerst genannt wird, gewichtet die KI stärker. Widersprüche im Prompt – etwa zwischen Lichtstimmung und Farbton – führen schnell zu unklaren Bildern. Gute KI-Bilder entstehen, wenn jede Anweisung logisch aufeinander aufbaut und präzise formuliert ist.
Bild-Qualität und -Auflösung prüfen
KI-generierte Bilder sind in der Regel für den Bildschirm optimiert. Einfach generierte Bilder beispielsweise über ChatGPT müssen hinsichtlich Auflösung und Detailtreue überprüft werden. Einige Tools bieten bereits High-Resolution-Funktionen oder Up-Scaling-Optionen. Sinnvoller für Bilder in hoher Auflösung ist aber die Nutzung spezialisierter Tools wie Midjourney, Flux oder Leonardo AI, die qualitativ hochwertige Renderings und konsistente Ergebnisse liefern.
Die technische Qualität von KI-Bildern lässt sich kontrollieren. Entscheidend im Marketing ist, ob das Bild die gewünschte Wirkung erzielt. Denn auch ein leicht unscharfes Motiv kann stark sein, wenn es Emotion oder Dynamik vermittelt.
Rechtliche Fragen bleiben offen
Grundsätzlich basieren KI-Modelle auf Trainingsdaten aus bestehenden Bildern. Theoretisch kann es dadurch zu Ähnlichkeiten kommen. In der Praxis ist das Risiko gering, wenn Prompts individuell und markenkonform formuliert werden. Dennoch sollten Unternehmen prüfen, ob ihre Motive Persönlichkeitsrechte oder Markenlogos berühren. Wie bei klassischen Fotos gilt: Verantwortung trägt der, der veröffentlicht.
Neue Rolle für Kreative
Für Beschäftigte in Fotografie, Design und Marketing verändert sich die Arbeit grundlegend. Der kreative Prozess der Bildgestaltung verschiebt sich von der Aufnahme zur Steuerung. Wer früher mit Kamera und Licht arbeitete, gestaltet heute über Sprache, Stilparameter und Komposition. Erfolgsentscheidend ist die Klarheit darüber, welches Bild sie wollen.
Die Werkzeuge ändern sich, das Prinzip bleibt: Ein starkes Bild entsteht aus einer klaren Idee. Damit wächst auch die Verantwortung, die neuen Tools und Möglichkeiten bewusst einzusetzen und zu verstehen, wie KI Bilder generiert und was sie dafür an Information benötigt.
Fazit: Wissen, was wirkt
KI-Bildgenerierung ist eine Zäsur im Marketing. Ob für einzelne Visuals oder Kampagnen: Unternehmen, die ihre Teams frühzeitig qualifizieren, profitieren von Geschwindigkeit, Flexibilität und gestalterischer Freiheit. Doch die Qualität der Ergebnisse hängt nicht vom Tool ab, sondern vom Wissen derjenigen, die es bedienen. Wer versteht, wie KI funktioniert, kann mit ihr neue und sehr individuelle Bilder erschaffen, die nicht nur gut aussehen, sondern klar definierte Zwecke erfüllen.
Hinweis: Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag. Es besteht keine bezahlte Kooperation.


