Plus und Pro – Metas Plattform Monetarisierung nach den Ads

„Facebook wird für immer kostenlos bleiben“, sagte Mark Zuckerberg einst, als das Unternehmen nach dem Börsengang mit zusätzlichen Monetarisierungsformen experimentierte.

Daran hat sich grundsätzlich nichts geändert. Facebook, Instagram und WhatsApp bleiben kostenlos nutzbar. Dennoch testet Meta erneut kostenpflichtige Zusatzangebote – diesmal in Form von Plus- und AI-Abonnements.

Mit Instagram, WhatsApp und Facebook „Plus“ wird es in Kürze weltweit neue Funktionen geben, für Nutzer*innen, die bereit sind, eine kleine Monatsgebühr zu zahlen. Für alle, die darauf verzichten können, bleiben die Netzwerke natürlich auch weiterhin kostenfrei.

Um welche Funktionen geht es?

Im Moment gibt es nur Gerüchte, getrieben vor allem von Matt Navara, der in den letzten Jahren immer wieder ähnliche Leaks veröffentlicht hat.

Die Funktionen wirken dabei bewusst unspektakulär. Meta reserviert keine Kernfunktionen für zahlende Nutzer*innen, sondern ergänzt die bestehenden Apps um Komfort- und Personalisierungsoptionen.

Demnach kann man mit Instagram Plus zum Beispiel Storys für bis zu 48 Stunden online halten, man kann Posts nur auf dem Profil oder in den Highlights veröffentlichen, ohne, dass diese im Feed erscheinen, und es gibt erweiterte Insights, die auch für Unternehmen spannend sein könnten. Einige Funktionen zielen erkennbar auf Creator ab, etwa zusätzliche Profil- und Veröffentlichungsoptionen.

Bei Facebook Plus sehen die Funktionen ähnlich aus, beziehen sich also primär auf den dort weniger wichtigen Storys-Bereich.

WhatsApp Plus bringt „Premium Sticker“, Themes und neue Klingeltöne sowie die Möglichkeit, eigene Listen neu zu sortieren. Als Extra-Schmankerl kann man bei allen Paketen das jeweilige App-Icon ändern. Wers braucht …

Den Leaks zufolge sollen die Plus-Pakete zwischen 2,99 und 3,99 US-Dollar pro Monat kosten.

Auch AI-Pakete im Angebot

Mit Meta One Plus und Premium wird es außerdem zwei AI-Pakete geben, mit denen die Anzahl der KI-Abfragen und Bild- sowie Video-Erstellungen gesteigert werden kann. Diese Pakete sollen 15 beziehungsweise 20 $ kosten.

Wer ist die Zielgruppe?

Tatsächlich dürften sich die Plus-Pakete vornehmlich an Creator richten, welche über die Plattform häufig auch Geld verdienen. Diese könnten von den angebotenen Plus-Funktionen am meisten profitieren. Wenngleich diese fürs Erste nicht „überragend“ oder überlebenswichtig sind.

Daneben könnten auch besonders aktive Nutzer*innen angesprochen werden, die ihre Profile stärker individualisieren oder zusätzliche Komfortfunktionen nutzen möchten. Für die breite Masse dürfte der Mehrwert hingegen überschaubar sein.

Warum macht Meta das?

Die eigentliche Bedeutung dieser Pakete liegt vermutlich weniger in den einzelnen Funktionen. Kaum jemand wird Instagram Plus wegen eines anderen App-Icons oder längerer Story-Laufzeiten abonnieren.

Für Meta sind die Angebote dennoch interessant. Das Unternehmen testet damit, ob Nutzer*innen bereit sind, für Funktionen innerhalb der eigenen Plattformen direkt zu bezahlen. Selbst wenn nur ein kleiner Teil der Milliarden Nutzer*innen ein Abo abschließt, entsteht daraus ein Milliardenmarkt neben dem klassischen Werbegeschäft.

Gleichzeitig steigen die Kosten für den Betrieb und die Entwicklung von KI-Systemen erheblich. Während Werbung weiterhin Metas wichtigster Umsatztreiber bleiben dürfte, helfen Plus- und AI-Abos dabei, zusätzliche und besser planbare Einnahmequellen aufzubauen.

Vielleicht sind Instagram Plus, Facebook Plus und WhatsApp Plus deshalb weniger wegen ihrer Funktionen bemerkenswert als wegen der strategischen Richtung dahinter: Meta versucht erstmals seit vielen Jahren, Nutzer*innen systematisch als zahlende Kundschaft zu gewinnen und nicht nur als Publikum für Werbung.

Jens Wiese
Jens Wiesehttps://jens-wiese.net/
Jens hat Allfacebook.de mitgegründet und war dort 12 Jahre lang als Chefredakteur tätig. Mit den Impact Cards hat er eine Lösung vorgestellt, die es jedem Social Media Manager erlaubt eine eigene Social-Strategie zu erstellen. Unabhängig von Beratern und Agenturen.

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