Gastbeitrag von Schaefer
Jeder gute Beitrag auf LinkedIn schickt Menschen auf dein Profil. Dieser Profil-Check zeigt dir, was sie dort als Erstes sehen sollten und woran du erkennst, ob deine Änderungen wirken.
Das Wichtigste auf einen Blick
- Profilbild, Titelbild und Slogan sieht jeder Besucher zuerst. Der Slogan steht auch neben deinen Kommentaren und muss dort ohne Titelbild verständlich sein.
- Im Info-Bereich erzählst du deine Geschichte. Der Abschnitt „Im Fokus“ lenkt Besucher zum nächsten Schritt.
- Wenn du für eine Marke arbeitest, verknüpfe deine Position mit der Unternehmensseite. Dann erscheint das Logo deines Arbeitgebers direkt in deinem Profil.
- Profilbesuche, Suchauftritte und Follower zeigen, ob deine Änderungen wirken. Ein Check pro Quartal reicht dafür.
Wer auf LinkedIn einen Beitrag spannend findet, klickt auf den Namen darüber. Wer eine Kontaktanfrage bekommt, schaut sich zuerst das Profil an. In wenigen Sekunden fällt dann die Entscheidung, ob jemand folgt, sich vernetzt oder weiterscrollt.
Allein im deutschsprachigen Raum hat LinkedIn nach eigenen Angaben über 29 Millionen Mitglieder. Auch Arbeitgeber wollen in sozialen Netzwerken gesehen werden.
Laut einer Bitkom-Umfrage von 2025 nutzen 62 Prozent der Unternehmen mit Social-Media-Auftritt diese Kanäle, um als Arbeitgeber auf sich aufmerksam zu machen. Wer für eine Marke arbeitet, gehört mit dem eigenen Profil zu diesem Auftritt.
Die meisten Ratgeber zum LinkedIn-Profil richten sich an Jobsuchende. Hier geht es um zehn Hebel für dein Profil, wenn du beruflich auf LinkedIn sichtbar sein willst.
Der erste Eindruck: Profilbild, Titelbild und Slogan
Profilbild, Titelbild und Slogan stehen ganz oben auf deinem LinkedIn-Profil. Profilbild und Slogan tauchen außerdem neben jedem deiner Kommentare auf, also auch dort, wo niemand dein Profil geöffnet hat. Prüfe deshalb als Erstes, ob diese drei Elemente auf Anhieb zeigen, wofür du stehst und warum jemand weiterklicken sollte.
Profilbild
Zeig dein Gesicht. Wähle einen Ausschnitt mit Kopf und Schultern, damit du auch im kleinen Kreis neben einem Kommentar erkennbar bleibst. Ein ruhiger Hintergrund lenkt den Blick auf dich.
LinkedIn empfiehlt ein quadratisches Bild mit mindestens 400 × 400 Pixeln. Achte darauf, dass das Foto aktuell ist. Wer dich später im Video-Call trifft, soll dich wiedererkennen.
Titelbild
Das Titelbild misst 1.584 × 396 Pixel und ist die größte Fläche deines Profils. Nutze sie für einen Satz zu deinem Thema, etwa den Claim deines Unternehmens, oder für ein Foto aus deinem Arbeitsalltag.
Dein Profilbild verdeckt einen Teil des Titelbilds unten links. Wichtige Texte gehören deshalb in die rechte Hälfte.
Wenn dein Arbeitgeber eine Vorlage im Corporate Design hat, nutze sie. Ergänze darin eine persönliche Zeile, zum Beispiel dein Fachgebiet.
Slogan
LinkedIn gibt dir für den Slogan 220 Zeichen. Er steht in Suchergebnissen und bei Kontaktanfragen direkt unter deinem Namen, und zwar ohne Titelbild. Dein Slogan muss also auch ganz allein funktionieren.
Ein guter Slogan nennt zuerst den Nutzen für die Menschen, die du erreichen willst, und danach deine Rolle.
Aus „Social-Media-Managerin bei Muster GmbH“ wird so „Zeigt Handwerksbetrieben, wie sie über LinkedIn Fachkräfte gewinnen | Social-Media-Managerin bei Muster GmbH“.
Teste deinen Slogan dort, wo er am häufigsten erscheint. Schreib einen Kommentar unter einen Beitrag und prüf die Ansicht auf dem Smartphone. Dort erscheint oft nur der Anfang deines Slogans. Stell die wichtigste Aussage nach vorne.
Mit diesen drei Fragen prüfst du deinen ersten Eindruck in wenigen Minuten:

Info-Bereich, Im Fokus und Folgen-Button: Das Profil als Landingpage
Wer auf dein Profil klickt, will wissen, ob sich Folgen oder Vernetzen lohnt. Der Info-Bereich beantwortet diese Frage mit deiner Geschichte. Der Abschnitt „Im Fokus“ bietet den nächsten Schritt an. Zusammen machen beide aus deinem LinkedIn-Profil eine Landingpage, auf der Besucher nicht einfach wieder abspringen. Dazu kommt der Folgen-Button, der aus Interessierten Follower macht.
Info-Bereich
Im Info-Bereich hast du 2.600 Zeichen. Die meisten Besucher lesen aber nur die ersten Zeilen vor dem Link „mehr anzeigen“. Dort muss stehen, für wen du arbeitest und wobei du hilfst.
Das gelingt am leichtesten mit einer festen Reihenfolge. Beginne mit dem Problem, das deine Zielgruppe beschäftigt. Zeige dann, wie du oder dein Unternehmen dabei hilft.
Belege das mit einem Ergebnis oder Beispiel. Am Ende lädst du Besucher ein, dir zu folgen oder dich anzuschreiben.
Für den Info-Bereich kannst du dich an diesen vier Teilen orientieren:

Unter dem Text kannst du ausgewählte Top-Kenntnisse hervorheben. Wähle die Begriffe, unter denen dich andere finden sollen.
Im Fokus
Der Abschnitt „Im Fokus“ zeigt Beiträge, Artikel, Links oder Dokumente als große Kacheln. Setze hier die Inhalte ein, zu denen Besucher als Nächstes gehen sollen. Das kann dein Newsletter sein, eine laufende Kampagne oder die Karriereseite deines Unternehmens.
Folgen-Button
Bis 2024 hingen die erweiterten Analysen und die Option, „Folgen“ als Hauptbutton anzuzeigen, am Creator-Modus. LinkedIn hat diesen Schalter abgeschafft. Seitdem kann jedes Profil beides nutzen.
Wenn du regelmäßig postest, stell „Folgen“ als Hauptbutton ein. Die Option findest du in den Einstellungen unter „Sichtbarkeit“. Dann können Interessierte dir folgen und deine Beiträge sehen, ohne dass du jede Kontaktanfrage annehmen musst.
Berufserfahrung, Kenntnisse und Empfehlungen als Belege
Slogan und Info-Bereich versprechen etwas. Berufserfahrung, Kenntnisse und Empfehlungen zeigen, ob es stimmt. Prüfe in diesem Teil deines Profils, ob jede Station ein Ergebnis nennt und ob andere Menschen deine Stärken bestätigen. Zum Schluss passt du deine Profil-URL an, damit andere dich leichter wiederfinden.
Berufserfahrung
Verknüpfe jede Position mit der Unternehmensseite deines Arbeitgebers. Dann erscheint das Logo neben der Station, und Besucher kommen mit einem Klick zum Unternehmen.
Jeder Besuch zahlt so auch auf die Arbeitgebermarke ein.
Für jede Position hast du bis zu 2.000 Zeichen. Beschreibe dort Ergebnisse mit Zahl und Zeitraum. Wie groß der Unterschied zu einer Aufgabenliste ist, zeigt dieses Beispiel:

Kenntnisse
Pflege deine Kenntnisse so, dass sie deinen Slogan stützen. Wer dort von Employer Branding spricht, sollte diese Kenntnis auch in der Liste führen. Deine Kontakte können sie dann mit einem Klick bestätigen.
Empfehlungen
Eine Empfehlung von anderen hat mehr Gewicht als deine eigene Beschreibung. Bitte zwei bis drei Menschen darum, mit denen du eng zusammengearbeitet hast. Nenne ihnen ein Projekt, über das sie schreiben können.
Profil-URL
Ändere deine Profil-URL so, dass sie deinen Namen enthält. Eine Adresse wie linkedin.com/in/vorname-nachname passt in deine E-Mail-Signatur und auf Präsentationsfolien.
Den Profil-Check messbar machen und regelmäßig wiederholen
LinkedIn zeigt dir, wie viele Menschen dein Profil besucht haben, wie oft du in Suchergebnissen erschienen bist und wie sich deine Follower entwickeln. Du findest sie direkt auf deinem Profil im Bereich „Analysen“. Diese drei Werte sind deine Messlatte für jede Änderung am Profil.
Plane den Check einmal pro Quartal ein und zusätzlich nach jedem Rollenwechsel. Eine neue Aufgabe oder ein neuer Arbeitgeber verändert, was dein Profil leisten soll.
Notiere dir die Werte vor jeder größeren Änderung, zum Beispiel in einer einfachen Tabelle.
Nach vier bis sechs Wochen siehst du, ob der neue Slogan oder der überarbeitete Info-Bereich mehr Menschen auf dein Profil bringt.
Die Checkliste fasst die zehn Hebel aus diesem Beitrag zusammen. Nutze sie beim nächsten Check deines Profils.

Häufige Fragen zum LinkedIn-Profil-Check
Wie lang darf der LinkedIn-Slogan sein?
Der Slogan unter deinem Namen darf bis zu 220 Zeichen lang sein. Stell die wichtigste Aussage an den Anfang. In Kommentaren und auf dem Smartphone erscheint oft nur der erste Teil.
Welche Maße brauchen Profilbild und Titelbild?
Das Titelbild misst 1.584 × 396 Pixel. Für das Profilbild eignet sich ein quadratisches Foto mit mindestens 400 × 400 Pixeln.
Gibt es den Creator-Modus noch?
LinkedIn hat den Creator-Modus 2024 abgeschafft. Seine Funktionen, etwa erweiterte Analysen und die Option, „Folgen“ als Hauptbutton anzuzeigen, stehen seitdem allen Profilen zur Verfügung.
In welchem Rhythmus lohnt sich ein LinkedIn-Profil-Check?
Ein Check pro Quartal reicht in den meisten Fällen. Schau außerdem nach jedem Rollen- oder Arbeitgeberwechsel auf dein Profil.
Sollte mein Profil zur Marke meines Arbeitgebers passen?
Ja, aber nur in Teilen. Verknüpfe deine Position mit der Unternehmensseite und nutze eine Titelbild-Vorlage, falls es eine gibt. Slogan, Profilbild und Info-Bereich gestaltest du selbst, damit dein Profil glaubwürdig wirkt.
Fazit: Einmal gründlich, danach jedes Quartal
Mit jeder neuen Rolle, Kampagne oder Zielgruppe ändern sich die Anforderungen an dein Profil. Geh beim Check immer in derselben Reihenfolge vor: Beginne mit dem ersten Eindruck, dann folgen die Geschichte und die Belege.
Die drei Kennzahlen zeigen dir nach einigen Wochen, welche Änderungen gewirkt haben. Trag dir den nächsten Check am besten gleich als festen Termin in den Kalender ein.
Hinweis: Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag. Es besteht keine bezahlte Kooperation.


