Nach Posts, Stories, Reels, DMs und Broadcast hat man sich bei Instagram also wieder etwas „neues“ ausgedacht: Instants.
Kurzer Faktencheck: Was sind Instants?
Instants sind „eine neue Möglichkeit, Momente direkt mit Freund*innen zu teilen: mit spontanen, ungefilterten Fotos.“ So steht es in der offiziellen Ankündigung. NutzerInnen können auf deine Instants reagieren. Die Reaktionen landen in deiner Inbox. Instagram hat Instants knapp einen Monat in Italien und anderen Märkten getestet. Seit dem 13. Mai gibt es sie jetzt auch in ganz Europa. Wie das alles genau funktionieren soll, lest ihr am besten bei Instagram selbst.
Long Story short: Instants sind quadratische Stories, die du dir einmal anschauen kannst.

Und da zeigt sich schon das komplette Dilemma, vor dem Meta derzeit steht: Die Story der „Social Networks“ ist auserzählt. Wir haben alles irgendwie schon einmal irgendwo gesehen. Meistens mit einer bewussten Beschränkung der Funktion, um „die Kreativität oder Spontanität zu steigern“.
Der Feed war früher quadratisch, Stories bleiben nur 24 Stunden, Reels waren erst nur 15 Sekunden lang und im Hochformat, …
Und jetzt also Instants: Quadratische Fotos ohne Filter, die ich mir nur einmal anschauen kann. *Gähn*
Entsprechend vorhersehbar sind die nächsten Iterationen, FALLS Instants eine Nutzerschaft finden:
- August: Sticker auf Instants
November: Sichtbarkeit von Instants granular beschränken - Dezember: Instants per DM versenden
- Februar: Instants auch auf Facebook
- Mai: Ads in Instants
- …
Und das alles geboren aus dem klaren Business-Aspekt, dass für die Aktionäre die Zahl der aktiven Nutzer oder die Anzahl der Nutzungsstunden so lange wie möglich nicht rückläufig ist. Denn Überraschung: In Europa sieht Meta schon lange kein signifikantes Wachstum mehr.
Radikale Idee
Anstatt immer und immer wieder alten Wein in neuen Schläuchen aufzutischen, hätte ich eine radikal neue Idee, um Verweildauer und Nutzung zu steigern. Haltet euch fest: Man könnte Instagram (und Facebook) ja auch einfach zu einem Ort machen, an dem man sich gerne aufhält.
An dem man Zeit verbringen möchte, weil man sich mit den selbstgewählten Inhalten von Freunden und gerne auch Stars und Sternchen befassen möchte. Ein Ort an dem man sich dank der aktiven Durchsetzung von Community-Standards, gerne auf Diskussionen einlässt und einfach nur eine gute Zeit verbringt.
Ein Social Network, das den Namen auch würdig ist. Das wäre in der heutigen Zeit eine echte nachhaltige Innovation.
Nennt mich naiv, altmodisch oder rückwärtsgewandt. Aber ich würde heute das Instagram von 2015 mit Kusshand nehmen. Mein Bedarf an „Instants“ hingegen: Nicht vorhanden.


